Österreichischen Friedensdienste und 15 Unterstützerorganisationen präsentieren ihre Kampagne "zuFRIEDEN?!" zur Einführung freiwilliger Ziviler Friedensdienste vor dem Hintergrund der Foltervorwürfe gegen das österreichische Bundesheer und der Arbeit der Zivildienstreformkomission.
Wien - Am 9. Dezember 2004 um 10.00 Uhr starten die Österreichischen Friedensdienste (ÖFD - www.oefd.at) am Stock-im-Eisen-Platz im ersten Wiener Gemeindesbezirk mit einer Theaterperformance ihre Kampagne "zuFRIEDEN?!". Mit "zuFRIEDEN?!" fordern die ÖFD die Einführung freiwilliger Ziviler Friedensdienste. Nähere Informationen finden sich auch auf der Website www.zfd.at.
"zuFRIEDEN?!" wird von den Österreichischen Friedensdiensten und 15 weiteren Nichtregierungsorganisationen getragen, darunter das Friedenszentrum Schlaining, der Internationale Versöhnungsbund, Pax Christi Österreich und die Plattform für Zivildiener. Die an der Kampagne beteiligten Organisationen fordern von den politischen Entscheidungsträgern und Entscheidungsträgerinnen - auch vor dem Hintergrund der Foltervorwürfe gegen das österreichische und das deutsche Militär - die rasche Einführung freiwilliger Ziviler Friedensdienste. Als Pilotprojekt und Szenario für die Zeit nach der Abschaffung der Wehrpflicht in Österreich könnte freiwillige Zivile Friedensdienste bereits 2006 starten und so die Basis für freiwillige Dienste statt Zivildienst bilden. Unter freiwilligen Zivilen Friedensdienste (kurz ZFD) verstehen die Österreichischen Friedensdienste staatlich geförderte und anerkannte Freiwilligeneinsätze für Männer und Frauen jeden Alters, die für einen gewaltfreien Umgang mit Konflikten im In- und Ausland ausgebildet werden und dann in verschiedenen Projekten für eine gewisse Zeit eingesetzt werden. Die ZFD werden von selbständigen Trägerorganisationen durchgeführt, die Akteurinnen und Akteure sind Zivilpersonen, die gewaltfreie Mittel der Konfliktbearbeitung anwenden. ZFD werden auch als Lernprozess verstanden und sollen durch regelmäßige Evaluierung und Reflexion ständig verbessert werden. Der ZFD soll als Sozialer Lerndienst, als beruflicher Fachdienst oder als Friedensfachdienst - jeweils abhängig von Dauer und Intensität der Ausbildung und des Einsatzes - abgeleistet werden können. Die Österreichischen Friedensdienste können als Beispiele für die Machbarkeit und für das Interesse vor allem junger Menschen nicht nur auf Beispiele aus dem Ausland (Deutschland), sondern auch auf eigene Erfahrung zurückgreifen: Die ÖFD sind seit 1997 Trägerorganisation für Auslandszivildienste und waren auch davor mit Friedensdienstprojekten in Österreich aktiv. Die bisherige Tätigkeit der ÖFD erstreckte sich vor allem auf Friedensdienstprojekte im ehemaligen Jugoslawien. Dort arbeiteten junge Leute aus Österreich beispielsweise in gemischtethnischen Jugendklubs oder in Menschenrechtszentren mit: Ziel der Projekte war und ist immer das Wiederaufbauen der abgebrochenen Brücken zwischen den Ethnien am Balkan. Die detaillierte Broschüre zur Kampagne finden Sie unter http://www.zfd.at/stuff/broschuere.pdf. Bilder von der Auftaktaktion wird es ab Ende der Woche ebenfalls auf www.zfd.at geben!
Zur Auftaktveranstaltung am 9. Dezember 2004, 10.00 Uhr, Stock-im-Eisen-Platz sind die Vertreterinnen und Vertreter der Medien rechtherzlich eingeladen!
Rückfragehinweis:
Christian Simon <christian DOT simon AT zfd DOT at>
0650/38 15 396
www.zfd.at
Österreichische Friedensdienste
www.oefd.at
Sensengasse 5/3
1090 Wien
